Das Loslass-Säckchen
„Das Loslass-Säckchen ist ein liebevoller Platz zur Aufbewahrung unserer Ängste“
Manchmal ist es in uns drin laut, zu laut. Angst und Zweifel bringen oft Unruhe und inneren Stress mit sich. Gedanken beginnen zu kreisen, werden schneller, lauter – wie eine Autobahn mit immer mehreren Spuren. Angst kann sich dann groß und mächtig anfühlen, manchmal sogar bedrohlich.
Und doch gehört Angst auch zu unserem Leben. Sie ist ein Teil von uns. Sie darf da sein – nur nicht unser gesamtes Sein und Handeln bestimmen.
Ich habe für mich gelernt, dass es einen feinen, aber wichtigen Unterschied macht, ob ich sage: „Ich habe Angst“ oder „Da ist Angst.“
„Da ist Angst“ – das fühlt sich weicher an. Nicht bedrohlich, nicht verurteilend, sondern verständnisvoll und liebevoll. Denn da ist noch so viel mehr. Ich bin mehr als meine Angst.
Die Frage ist: Wohin richte ich meine Aufmerksamkeit? Auf die Angst – oder auf all das andere, was auch da ist und was mich ausmacht?
Als mich meine eigene Angst damals immer wieder überwältigten und mich handlungsunfähig zu machen drohte, begann ich mir in Gedanken ein Säckchen vorzustellen. Ich stellte mir vor, wie ich all meine Ängste in dieses Säckchen lege und es behutsam, aber fest verschließe.
Auf einmal fühlte sich mein Alltag nicht mehr so schwer und sumpfig an Allmählich veränderte sich etwas. Ich wurde ruhiger. Ich konnte wieder freier atmen und im Hier und Jetzt sein und das tun, was gerade gebraucht wurde.
So entstand die Idee des Loslass-Säckchens – diesmal ganz real.
Das Loslass-Säckchen lädt dazu ein, Ängste und belastende Gedanken abzugeben, statt sie ständig mit sich herumzutragen.
Ein kleines, handgenähtes Säckchen, das man bei sich tragen kann. Wenn die Angst kommt und sich eng anfühlt, darfst du es in die Hand nehmen, deinen Atem spüren und dir vorstellen, wie du all deine Ängste in das Säckchen hineinlegst. Dann bindest du es fest zu – ganz bewusst – und erinnerst dich daran: Die Angst ist nun im Säckchen und nicht mehr in dir. Und in dir ist nun noch so viel Raum für mehr.
Zur Verstärkung kannst du auch, deine Ängste auf einen kleinen Zettel schreiben, diese in das Säckchen legen und es liebevoll, aber sicher verschließen.
Wie du das Loslass-Säckchen nutzt
Du hast mehrere Möglichkeiten:
- Nimm das Loslass-Säckchen in die Hand.
- Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
- Stelle dir vor, wie du das Gefühl der Angst mit jedem Ausatmen in das Säckchen legst.
- Alternativ kannst du deine Ängste auf kleine Zettel schreiben und sie in das Säckchen geben.
- Verschließe es anschließend bewusst und fest.
Eine andere Möglichkeit ist:
Du nutzt das Loslass-Säckchen so, dass du Dinge hineinlegst, die dich im Fall einer Angstattacke beruhigen. Besonders hilfreich sind dabei Gegenstände, die die Sinne ansprechen.
Dazu zählen ätherische Öle oder zum Beispiel Rosmarinzweig. Aber auch ein Stein oder andere kleine Dinge, die sich gut anfassen lassen oder vertraut wirken, sind hilfreich.
Das Ziel ist es, deine Aufmerksamkeit wieder ins Hier und Jetzt zu lenken und dem Körper ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe zu vermitteln.
Das Loslass-Säckchen ist kein Ersatz für eine Therapie, sondern ein unterstützendes Werkzeug. Es ergänzt den Prozess und begleitet dich liebevoll. Es lädt dich ein, Verantwortung für dich zu übernehmen – auf eine sanfte, achtsame Weise.
Der Nutzen für dich
Innerer Abstand zur Angst
Die Angst findet einen guten Platz – aber nicht in dir.
Mehr Selbstwirksamkeit
Du hast etwas Konkretes in der Hand, das beim Loslassen unterstützt und für dich sorgen kannst.
Zurück ins Hier und Jetzt
Gedanken dürfen zur Ruhe kommen, Präsenz wird wieder spürbar.
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